AG Wurmtal

Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung bedrohter Pflanzen und Tiere im Wurmtal

Pressemitteilung Jahresversammlung 2005 der Arbeitsgemeinschaft Wurmtal

Einmal im Jahr stellt die Arbeitsgemeinschaft (AG) Wurmtal einer breiten Öffentlichkeit ihre Arbeit der zurückliegenden Monate vor. So konnte kürzlich Vorstandsmitglied Dr. Hans-Jürgen Weyer zahlreiche Gäste und Mitglieder begrüßen, die alle die Sorge um den Zustand des Naturschutzgebietes Wurmtal und der angrenzenden Gebiete zusammenführte. In kompetenten Beiträgen stellten Mitglieder der AG Schwerpunkte aus der zurückliegenden Arbeit vor. Werner Schneider berichtete, dass die Mitglieder der AG im Jahr 2004 insgesamt 266 Arbeitsstunden im Gelände geleistet hatten. Dies ist der zweithöchste Arbeitseinsatz, den die AG seit ihrer Gründung im Jahre 1984 geleistet hat. So wurde beispielsweise in einer mehrmonatigen Aktion zum Einsatz zur Krötenwanderung im Wurmtal zwischen Herzogenrath und Bardenberg über 4.700 Tieren die Überquerung der Straße ermöglicht. Diese Rettungsaktion führte die AG bereits zum 4. Mal durch. Die Zahl der geretteten Tiere hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt, was eindrücklich die Wichtigkeit dieser Arbeit bestätigt. Die AG hofft, dass diese aufwendigen Aktionen bald durch den Bau eine Unterführung überflüssig wird. Die AG Wurmtal hat so genannte Vernetzungstreffen mit den anderen regionalen Naturschutzverbänden (NABU, BUND) ins Leben gerufen. Hierdurch konnte der gegenseitige Informationsstand und der fachliche Austausch wesentlich verbessert werden. So wurde beispielsweise unter Federführung der AG Wurmtal eine Ausarbeitung der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten fachlich widerlegt, die große Teile des Wurmverlaufes innerhalb des Naturschutzgebietes dem Angelsport opfern wollte. Dieses Gutachten wird zur Zeit an alle relevanten Stellen verteilt. Neben den alltäglichen Bedrohungen, die das Naturschutzgebiet Wurmtal gefährden, kommen nun noch die Planungen zur Euregionale 2008 hinzu, die zum Teil das Naturschutzgebiet überziehen, ohne den Schutzstatus als Naturschutzgebiet und als Flora-Fauna-Habitat (FFH) entsprechend zu berücksichtigen. Hier fordert die AG Wurmtal alle an den Planungen Beteiligte und insbesondere die Geldgeber zur Mäßigung auf. Der Schatzmeister der AG Wurmtal, Jörn Middendorf, erläuterte, dass nahezu alle finanziellen Mittel, über die die AG verfügt, direkt in den Naturschutz fließen. Die AG hat mehrere Flächen angepachtet, setzt Zäune instand, führt Baumbeschneidungen (Weiden) durch, nimmt flächenhafte Säuberungsaktionen vor, repariert Nistkästen und führt Exkursionen und Führungen durch. All dies wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet, zum Teil auf eigene Kosten. Ein positives Ergebnis, das sich im Nachgang zur letzten Jahreshauptversammlung ergeben hatte, zeigte der Vorsitzende der AG, Günter Kalinka, auf. Im letzten Jahr wurde zur Meldung von Hirschkäferfunden aufgerufen. Sehr erfreulich nun, dass der Hirschkäfer tatsächlich an mehreren Stellen angetroffen werden konnte. Gerne wiederholen wir den Aufruf zur Meldung von Hirschkäferfunden, die bitte per e-Mail (guenterk50@freenet.de) oder telefonisch (02406/4227) erfolgen. Zu den Höhepunkten eines jeden Arbeitsjahres zählen traditionell die Exkursionen, die die AG Wurmtal für Externe anbietet; immer wieder und besonders gerne für Kinder und Jugendliche. Über solche Exkursionen berichtete anschaulich und eindrucksvoll Marlene Seegers zusammen mit Sylvia Rosenthal. Kinder erleben die Natur ganz unmittelbar und sind in der Regel schnell und nachhaltig zu begeistern. Die Freude aller Beteiligten an derartigen Exkursionen wurde auch in diesem Vortrag spürbar. Die AG Wurmtal steht für Wanderungen durchs Wurmtal mit Schulklassen oder auch Kindergartengruppen gerne zur Verfügung. Ein besonderer Höhepunkt war der Gastvortrag, den diesmal Josef Wegge, der Geschäftsführer der Biologischen Station im Kreise Aachen (Stolberg), hielt. Dabei konzentrierte er sich auf die Arbeit im Nordteil des Kreises Aachen. Dabei kann die Biologische Station das Naturschutzgebiet Wurmtal ausklammern, weil dieses Gebiet kompetent durch die AG Wurmtal betreut würde, so Wegge. Unter anderem betreut die Biologische Station im Norden 81 km Hecken; im Süden mit der traditionell stark ausgeprägten Heckenlandschaft sind es sogar 575 km! Ein wichtiger Bestandteil sind verschiedene Kartierungen. Der Bestand an Streuobstwiesen ist im hiesigen Raum mit ca. 14.000 Obstbäumen relativ klein. Hinzu kommt, dass der Baumbestand oft überaltert ist. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass mehr Streuobstwiesen erhalten und neu angelegt werden müssten. Im direkten Zusammenhang mit derartigen Wiesen stehen die hiesigen Steinkäuzen, die von der Biologischen Station ebenfalls kartiert werden. Andere Aufgaben der Biologischen Station im Zusammenhang mit dem Naturschutz sind beispielsweise die Betreuung und Kartierung der Bergehalden oder der Westwallbunker. Der immer wieder ins Gespräch gebrachte Abriß von alten Bunkern ist aus Sicht des Naturschutzes strikt abzulehnen. Die alten Gemäuer haben sich zu einem unverzichtbaren Rückzugsraum beispielsweise für die letzten heimischen Fledermäuse entwickelt, der nicht gefährdet werden darf. Mit großem Beifall nahm die AG Wurmtal Ehrungen vor. Frau Hedwig Müller gehört zu den Gründungsmitgliedern der AG und setzt sich als Mitglied des Rates der Stadt Würselen mutig für die Naturschutzbelange ein. Dr. Hans-Jürgen Weyer gehört ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern. Er ist ist einer der Säulen der AG Wurmtal. U. a. haben seine Ausarbeitungen maßgeblich dazu beigetragen, dass das Wurmtal zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Frau Sylvia Rosenthal hat sich in den wenigen Jahren ihrer Zugehörigkeit zur AG Wurmtal zu einer der aktivsten Mitstreiterinnen entwickelt, deren sachliche Beiträge wesentlich zum Erscheinungsbild der AG Wurmtal beitragen. Allen drei Geehrten wurden Präsente überreicht. Die Gespräche wurden nach dem offiziellen Ausklang der gelungenen Mitgliederversammlung bei Kaffee und Kuchen fortgesetzt. Zuvor wies Dr. Hans-Jürgen Weyer noch auf die monatlichen Treffen hin (jeder erste Montag im Monat in den Räumen des Pfarrheims St. Josef in Straß ab 19.00 Uhr), zu denen jeder herzlich eingeladen ist, der sich für den aktiven Naturschutz im Raume Herzogenrath - Würselen interessiert.

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